aspect-ratio 10x9 v.l.n.r.: Hayato Yamaguchi, Noah Donker, Lara Sophie Milagro, Sir Henry, Ariane Andereggen, Benjamin Radjaipour honorarfrei

v.l.n.r.: Hayato Yamaguchi, Noah Donker, Lara Sophie Milagro, Sir Henry, Ariane Andereggen, Benjamin Radjaipour honorarfrei, Foto: Gabriela Neeb

Als eine der zehn besten Inszenierungen des Jahres wurde „Die Kränkungen der Menschheit“ in der Regie von Anta Helena Recke zum Theatertreffen 2020 eingeladen. Carlo Siegfried zeichnet für das Bühnenbild der Produktion von Anta Helena Recke mit den Münchner Kammerspielen, in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Kampnagel (Hamburg) und Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt) verantwortlich. Wir gratulieren unserem Alumnus und allen Beteiligten herzlichst!

Carlo Siegfried arbeitet als Ausstellungsdesigner und Bühnenbildner mit Einrichtungen wie dem Kunstverein Harburger Bahnhof, Museum am Rothenbaum Hamburg oder den Kammerspielen München. Er ist gelernter Schreiner und absolvierte sein Diplom im Fach Ausstellungsdesign und Szenografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Je nach Projekt arbeitet er mit einem Netzwerk aus DesignerInnen, KünstlerInnen und HandwerkerInnen. Sein Schwerpunkt liegt darin, neue Wege des Erzählens durch den Umgang mit Raum zu finden, basierend auf einer kritischen Haltung gegenüber Darstellungsformen in der Geschichte der Museen.

aspect-ratio 10x9 v.l.n.r.: Jean Chaize, Samuel Lopes, Joana Tischkau, Kinan Hmeidan, Else Tunemyr, Mario Lopes, Hayato Yamaguchi

v.l.n.r.: Jean Chaize, Samuel Lopes, Joana Tischkau, Kinan Hmeidan, Else Tunemyr, Mario Lopes, Hayato Yamaguchi, Foto: Gabriela Neeb

In „Die Kränkungen der Menschheit“ von Anta Helena Recke, Anna Froelicher und Maxi Menja Lehmann steht die eurozentrische Behauptung einer universellen Menschheits- und Kunstgeschichte auf dem Prüfstand. Ausgehend von Sigmund Freuds Text „Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse“ werden die von ihm diagnostizierten drei Kränkungen der Menschheit – die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass der Mensch vom Affen abstammt und dass er ein Unterbewusstsein hat, das er nicht steuern kann – um eine vierte Kränkung erweitert. Die Tatsache, dass die größte Illusion darin besteht, von einer Menschheit auszugehen, wird hartnäckig übersehen. Vielleicht, weil das eine der tiefgreifendsten Kränkungen des „menschlichen Egos“ darstellen würde. Gerade das gegenwärtig zu beobachtende globale Wiedererstarken faschistischer Kräfte, Phänomene wie „Men’s Right Activism“ und das selbstbewusste Auftreten von White Supremacy Gruppierungen zeigen, wie tiefgreifend die Illusion einer weißen männlichen Menschheit im weißen Körper verankert ist. Alle wehren sich mit Haut und Haaren – und sind sich für nichts zu schade.

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