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Foto: Michelle Mantel

Trotz zunehmender Digitalisierung lassen sich viele Teile der industriellen Kette nicht automatisieren. Dies hat eine neue Arbeitsteilung zur Folge – mit dem Komfort von Online-Diensten auf der einen und der Ausbeutung körperlicher Arbeit auf der anderen Seite. In vielen Fällen besteht ein direkter Zusammenhang zu der Geschwindigkeit und dem Wachstum der Bildproduktion. Menschliche Akteure werden weiterhin benötigt, z.B. für die Zensur gewalttätiger Internetinhalte, solange es noch keine zuverlässige Software zur Mustererkennung gibt. Auch im sozialen Bereich haben Bilder das Kommando übernommen. In der Medizin, im Militär oder im Sport werden Menschen zu neuen Verhaltensmustern gezwungen. Interaktive und erweiterte Medien erfordern eine spezielle Schulung und Anpassung an diese, insbesondere im beruflichen Kontext.

Während die Unsichtbarkeit von Prozessen hinter der Blockchain-Technologie oder künstlich intelligente Anwendungen unsere Abhängigkeit vom Sichtbaren erhöht, werden Häuser in allen Bereichen mit dem Internet verbunden und Kinder wachsen in Gegenwart von Kameras auf. Computergenerierte Persönlichkeiten werden zu Rollenmodellen von Teenagern, während modernste und einfach zu bedienende Apps die Nutzer dazu verleiten, sich selbst mit wenigen Klicks zu virtualisieren. "Image Dependency" versucht, solche neuen Formen der visuellen Abhängigkeit aufzudecken. Im Bereich der Bildtheorie und der visuellen Kulturstudien ist es das Ziel der Konferenz, neue Wege zu beschreiten und aus den Ergebnissen Empfehlungen für eine zeitgemäße Forschung und Lehre abzuleiten.

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