Munitionsfabrik - Ausstellung zur Geschichte eines ungeheuren Raums

Die Ausstellung „Munitionsfabrik“ untersucht die Geschichte der einst „größten Waffenfabrik der Welt“. Sie beleuchtet die Transformationen und Brüche dieses „ungeheuren Raums“ und hinterfragt die Entwicklung des Areals der ehemaligen Waffenfabrik bis in die heutige Zeit.

Der Hallenbau A – in dem sich heute die Staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG), das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) und die Städtische Galerie befinden – wurde während und für den Ersten Weltkrieg vom „Blitz-Architekten“ Philipp Jakob Manz als Produktionshalle der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik in Karlsruhe errichtet. Mit 30.000 Fabrikarbeiterinnen war diese Fabrik während des Zweiten Weltkrieges so groß wie eine Kleinstadt. Während der NS-Zeit mussten hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeiterinnen aus ganz Europa arbeiten. Durch die Munition und Waffen, die hier produziert wurden, ist der Ort verwickelt mit diversen Kriegen und Konflikten in der Welt. Nach dem Niedergang der industriellen Produktion dienten die leerstehenden Räumlichkeiten von 1981 bis 1989 Karlsruher Künstler:innen als Arbeits- und Präsentationsflächen. Das darin erkannte kreative Potential führte in der Folge zum Einzug der Institutionen ZKM, HfG und der Städtischen Galerie.

Recherchematerialien aus verschiedenen Archiven, wie dem Stadtarchiv Karlsruhe, dem Generallandesarchiv Karlsruhe und diversen Bildarchiven zeichnen die Geschichte dieses „ungeheuren Raums“ nach. Künstlerische und dokumentarische Projekte von Studierenden, Alumni und (ehemaligen) Professor:innen der Hochschule für Gestaltung repräsentieren kritische Auseinandersetzungen mit dem Ort und seiner heterogenen und kontroversen Geschichte. Die Ausstellung entsteht im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der HfG. Zur Ausstellung wird eine Publikation in der Reihe „Munitionsfabrik“ erscheinen.

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