Ghost Story (© Huiyeon Yun)
Das Projekt entstand als Reaktion auf den Tod einer obdachlosen Person ohne Angehörige oder Freunde im Jahr 2018. Ihr Tod wurde katalogisiert – reduziert auf Daten, die in Redaktionen und auf digitalen Servern archiviert wurden. Doch wenn diese Daten unberührt bleiben und ihre Erinnerung in Vergessenheit gerät, bleibt ihre Existenz dann bestehen? Sie verweilt und bleibt unsichtbar – ein paradoxer Zustand der Anwesenheit und Abwesenheit zugleich. In der digitalen Leere existiert sie als gespenstische Spur, die die Stille heimsucht, darauf wartet, wiederentdeckt zu werden, für immer in sich selbst verschlossen.
Das ist die Natur von Geistern – die Lebenden erschaffen sie. Wir lassen die Verstorbenen auf unsere eigene Weise wiederauferstehen, durch Rituale, Texte und die immateriellen Rezepte der Erinnerung. Wir lesen, wir schaffen, wir konsumieren, und dadurch laden wir die Toten ein, wieder in uns zu wohnen. Dieses Projekt ist eine Zusammenstellung von Fragmenten – eine Erkundung der Prozesse, durch die wir von der Vergangenheit heimgesucht werden.