Metallischen Fest / Glocken-Schellen-Klingel-Fest" am Bauhaus Dessau, 1929
Wie wir uns kleiden, sagt oft mehr über uns aus, als wir denken. Ganz ohne Worte können wir unseren Mitmenschen zeigen, wie wir uns selbst sehen oder welche Werte wir vertreten. Kleidung kann eine Form der Expression sein, ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. In diesem Workshop lädt Alissa Christian dazu ein, genau das zu erforschen, und öffnet einen Raum, in dem man sich vielleicht sogar neu entdecken kann. Mit Materialien wie Knöpfen, Nieten und Sicherheitsnadeln kann man sein eigenes Kleidungsstück oder Accessoire gestalten. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Es geht nicht darum, etwas Perfektes zu schaffen, sondern gemeinsam auszuprobieren: Was macht Kleidung mit einem selbst und der eigenen Selbstwahrnehmung? Was passiert, wenn man etwas trägt, das man sich sonst nie zutrauen würde?
Der Workshop ist eine Einladung, die eigene Komfortzone spielerisch zu verlassen und zu schauen, wo vielleicht Gewohnheit oder der Einfluss aktueller Trends die eigene Ästhetik und Wahrnehmung formen. Vorerfahrung braucht es keine – nur die Lust, etwas Neues an sich selbst zu entdecken.
Die Idee für den Workshop entstand durch die Recherche-Arbeit des Seminars „Amongst Ghosts: Queerying Bauhaus“. Gesucht wurde nach Spuren queerer Identitäten am Bauhaus, und für Alissa Christian stellte sich dabei die Frage, ob es zu der Zeit Räume gab, in denen sich queere Menschen sicher fühlen konnten. Dieser Gedanke führte sie zu den Bauhaus-Festen und Kostümpartys. Boten sie vielleicht einen Raum, in dem queere Personen sich zeigen konnten? In dem sie sich mit ihrer (Geschlechts-)Identität oder ihrem Selbstausdruck spielerisch ausprobieren konnten? Der Workshop ist eine Weiterführung dieser Auseinandersetzung: ein Raum, in dem Kleidung ein Werkzeug zur Selbstentdeckung wird.