Umpolen ist ein Kollektiv, das leerstehende Räume in Karlsruhe nutzt, um temporäre, nicht-kommerzielle Orte der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Sie dienen als kurzfristige soziokulturelle Veranstaltungs- und Ausstellungsräume, aber auch als einfache Treffpunkte. Im Januar 2026 bespielte das Kollektiv für eine Woche eine ehemalige Wohngemeinschaft in der Karlsruher Südstadt und widmete sich Fragen von Freund*innenschaft und Distanz. Dazu gab es Workshops, „Küche für Alle“, Filmvorführungen, Konzerte und Lesungen.

Seit Mai 2026 baut Umpolen einen temporären Nachbarinnenschaftstreff und Kulturort im ehemaligen Löwenbräukeller in der Karlsruher Weststadt auf. Ausgangspunkt ist jedes Mal der Raum selbst, von dem aus sich das Kollektiv dem Thema Nachbarinnenschaft widmet. Die Orte stellen eine Brücke zwischen sozialem Raum, Werkstatt, Arbeitsraum, Ausstellungsraum und Garten dar und versuchen, Menschen in Dialoge miteinander zu bringen. Dabei arbeitet Umpolen sowohl mit lokalen Initiativen als auch mit Menschen außerhalb Karlsruhes zusammen und entwickelt Formate, die gegenseitiges Lernen, Gespräche und Beisammensein ermöglichen.

Im ehemaligen Löwenbräukeller wird versucht, im Alltag Strukturen zu schaffen, in denen die Nachbar*innenschaft nicht nur aus fremden Gesichtern besteht, sondern aus Mitmenschen, mit denen man solidarisch lebt und in Kontakt tritt. Der Raum ist zweimal die Woche geöffnet und wird manchmal mit Programm, manchmal als reiner Treffpunkt bespielt; zudem beschäftigt er sich mit den Erinnerungen, die an den Ort geknüpft sind.

Umpolen hat sich als Kollektiv im Sommer 2025 gegründet und besteht aus Studierenden der HfG, der Kunstakademie und Menschen aus Karlsruhe, die zusammengekommen sind, um Gemeinschaft und Kulturarbeit in Karlsruhe zugänglich zu machen. Umpolen arbeitet zudem fest mit Radio ShbShb zusammen, das die Veranstaltungen live online überträgt.