Das Nest ist eine kreative Auseinandersetzung und räumliche Übersetzung von Wissen über Bioregionalität sowie unser umgebendes Ökosystem. In Workshops zu den Themen Holzwirtschaft, Neophyten und Hanfproduduktion – geleitet von regionalen und internationalen Expert*innen – wurden hierzu verschiedene Rohstoffe in Materialexperimenten erforscht und künstlerisch transformiert. Aus diesen gemeinsamen Experimenten entstand die Idee des Nests: ein Sinnbild für Lebensraum, Schutz und gemeinschaftliches Miteinander.

Die acht Meter hoch gewachsene, vertikale Struktur des Nests ist von den Verästelungen der Natur inspiriert. Zugleich verbindet sie verschiedene Materialien und deren Eigenschaften: Holzarten wie Buche, Fichte und Douglasie, japanischen Staudenknöterich - eine invasive Pflanze - sowie Hanf. Die Knotenpunkte bestehen aus Buchenkernen, einem Nebenprodukt der Furnierproduktion im Nordschwarzwald. Sie ermöglichen das Verdrehen und die gegenseitige Stabilisierung der hyperbolischen Form. Die Buche, als heimischer Baum und Lebensraum für über 200 Tierarten, hält symbolisch und konstruktiv das System zusammen.

Der Ring am Boden - die „Verwurzelung" - ist bedeckt mit Restmaterialien aus dem Bauprozess. Sie bilden einen Waldboden, der Mensch und Material verbindet - ein Ort zum Verweilen, Spüren und Staunen, mit offenem Blick nach oben.

Konzept und Realisierung
Philipp Kern, Ellen Su, Julius Bleher

Unter Leitung von
Freia Achenbach, Simon Gehring, Julia Ihls