aspect-ratio 10x9 Ausstellungsansicht der Arbeit "Clean Girls" im Freibad Rüppur im Rahmen der Ausstellung "Chlorreiche Tage" 2026.

Ausstellungsansicht der Arbeit "Clean Girls" im Freibad Rüppur im Rahmen der Ausstellung "Chlorreiche Tage" 2026., Foto: Hannah Bingen, Alexandra Haas, Edona Ibrahim

Clean Girls Go Dirty or how to get really really really really clean

Beschreibung des Werks/Projekts:

Wir fragen visuell-performativ-badend, welche Narrative hinter den Konzepten von Sauberkeit und Reinheit stehen und wie sich der Clean Girl Trend bezüglich kapitalistischer und neofaschistischer Körperideale dekonstruieren lässt. Den Mittelpunkt unserer Arbeit bildet eine rosane Badewanne. Hinter ihrem Vorhang nehmen wir dich mit auf eine Reise, um dein inneres Clean Girl zu finden, zu stärken oder ganz neu kennenzulernen. In unserer Badewanne ist jede:r willkommen, sie kann allerdings nur alleine besucht werden. Mitbringen müsst ihr nichts, lasst euch fallen und seid neugierig. Das interaktive Bad regt euch dazu an, euch mit Körperbildern, Routinen und Vorstellungen von Reinheit auseinanderzusetzen, um als ✨ perfektes✨ Clean Girl wieder aufzutauchen.

Ausgangspunkt ist der Social-Media-Trend des „Clean Girl“, der scheinbar mühelose Natürlichkeit und Selbstoptimierung inszeniert. Die Arbeit greift diese Ästhetik kritisch auf und fragt, inwiefern sich darin auch normative, ausschließende bis hin zu neofaschistisch lesbare (Körper-)ideale spiegeln. Kurzbiographie der Künstler bzw. Informationen zum Kollektiv oder zur Entstehung. Für diese Installation haben drei Positionen zusammengefunden, die in ihrer künstlerischen Arbeit Perspektiven der Kunstwissenschaft und Medienphilosophie mit denen des Ausstellungsdesigns und der Szenographie verbinden.

Das Seminar “Body Work” von Lydia Xynogala bildet – zusammen mit der Auseinandersetzung mit dem Social-Media-Trend „Clean Girl“ als Körperregime und dem Motiv der Badewanne als Symbol der Sauberkeit und des Rituals – den Ausgangspunkt unserer Arbeit. Ausgehend von Recherchen und Theorie zu Themen wie Reinheit, Heilung, Körperidealen und deren politischen Dimensionen entwickelte sich ein intuitiver, kollaborativer und humorvoller Prozess, welcher in einer interaktiven Installation seine Form gefunden hat.

Über die Künstler*innen:

Alexandra Haas (Kunstwissenschaft & Medienphilosophie) beschäftigt sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit spekulativen Welten, in denen sich aktuelle gesellschaftliche Phänomene und Entwicklungen spiegeln. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie häufig unterschiedliche Medien wie Musik, Text und Textilobjekte zu installativen Arbeiten.

Hannah Bingen (Ausstellungsdesign & Szenografie) bewegt sich in ihrer künstlerischen Arbeit zwischen Performance, Installation und räumlicher Recherche. Sie findet Formen für gesellschaftspolitische Diskurse, folgt materiellen Spuren und verkörperten Erfahrungen, dabei arbeitet sie mit verschiedenen Medien.

Edona Ibrahimi (Kunstwissenschaft & Medienphilosophie) bewegt sich zwischen Theorie, Schreiben und kollektiver, politischer Praxis. Als Teil ihrer künstlerisch-forschenden Arbeit setzt sie sich mit politischer Philosophie, Darstellungspolitiken und Wirkungsweisen von Wissen und Macht, Diskurs und Kanon auseinander und fragt nach dem widerständigen Potential kollektiven Arbeitens.

aspect-ratio 10x9 Ansicht der Ausstellung

Ansicht der Ausstellung, Foto: Hannah Bingen, Alexandra Haas, Edona Ibrahim

aspect-ratio 10x9 Detailansicht der Ausstellung

Detailansicht der Ausstellung, Foto: Hannah Bingen, Alexandra Haas, Edona Ibrahim