© Patricia Čapalija
© Patricia Čapalija
© Patricia Čapalija
Der Kurzfilm - ein Ausschnitt aus der postapokalyptischen Liebesgeschichte von Everett und Blu - spielt auf dem Planeten „Blauer Zwerg“, einer kargen, surrealen Welt, die von einer religiösen Gemeinschaft bewohnt wird. Ihre Vorfahren flohen einst aus Angst vor einer Apokalypse von der Erde und gründeten dort eine neue Gesellschaft.
Obwohl der Blaue Zwerg die Voraussetzungen für menschliches Leben erfüllt, kann seine monotone Landschaft die verlorene Heimat Erde nicht ersetzen. In der Hoffnung auf Rettung entschließt Corda, die Anführerin der Gemeinschaft, ein Mädchen aus der Arbeitergruppe ins All zu entsenden.
Die Mission verspricht Erkenntnis und Erlösung, verlangt jedoch auch einen schmerzhaften Abschied von allem Vertrauten.
Der Kurzfilm verbindet Fiktion mit Fragen nach Erinnerung, Herkunft und dem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit und entwirft eine Zukunft, in der die Erde weniger als geografischer Ort erscheint als vielmehr als Symbol für Verlust und Hoffnung.
Goodbye Blu war für mich die Möglichkeit, einmal alle Schritte einer Filmproduktion selbst zu durchlaufen, von der ersten Idee bis zum fertigen Schnitt. Gleichzeitig wollte ich auch anderen Studierenden mit wenig Filmerfahrung die Chance geben, sich auszuprobieren. Am Drehbuch arbeitete ich 2023, im Frühjahr 2024 folgte der Dreh. Im Laufe des Projekts entwickelte sich der Film weit über das hinaus, was ich mir ursprünglich gedacht hatte. Auch im Schnitt wurde das deutlich. Nach mehreren Fassungen habe ich mehr als die Hälfte des gedrehten Materials verworfen und neu strukturiert. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich auch von Szenen zu trennen, an denen man hängt. Dieser Prozess des Reduzierens und Loslassens hat meinen Lernprozess genauso geprägt wie die eigentliche Produktion.
Seit 2021 studiert Patricia Čapalija an der HfG Karlsruhe und hat vor wenigen Wochen ihr Diplom im Bereich Ausstellungsdesign abgeschlossen. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich inhaltlich vor allem mit der Gestaltung von Räumen für Menschen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen Fragen danach, was Menschen verbindet und zusammenbringt, aber auch, was sie trennt und schmerzt – stets auf der Suche nach einem konstruktiven Umgang mit diesen Themen.
Mit ihrem Abschluss beginnt für Patricia Čapalija ein neuer Lebensabschnitt: Für ein duales Studium der Architektur mit Schwerpunkt Holzbau zieht sie nach Weil am Rhein und Freiburg. Dort möchte sie ihr Wissen weiter vertiefen und auch künftig dazu beitragen, die gebaute Umwelt positiv mitzugestalten.