© Melanie Gloria Wisser
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Ausgehend von der Idee des freien Spielens in der Kindheit entfaltet sich PLAY DATE als Studienreihe, die die Entdeckung des zwecklosen Spielens im Erwachsenenalter erforscht. Oft von gesellschaftlichen Normen und sozialen Hemmungen überdeckt, bleibt der Spieltrieb doch bestehen, sobald man ihm wieder Raum gibt.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass traditionelle Spielplätze fast ausschließlich Kindern vorbehalten sind, während erwachsene Personen kaum Raum finden, einfach verspielt zu sein.
© Melanie Gloria Wisser
In PLAY DATE 1, dem ersten experimentellen Spielplatz, wurde untersucht, welche nicht-kompetitiven Spielarten Erwachsene ansprechen. Die Ergebnisse zeigten, dass freies Spiel für Erwachsene angenommen würde, wenn der soziale Rahmen als akzeptierend wahrgenommen wird.
Darauf aufbauend fand PLAY DATE 2 in einer Bar statt, wo spielerische Bewegungsformen situativ in den Kontext des sozialen Zusammenkommens und geselligen Beisammenseins integriert wurden. Spielerische Gesten konnten so nahtlos in gewohnte Beschäftigungen eingeschrieben werden.
Mit PLAY DATE 3 wurde die Erkundung im Alltag erweitert: temporäre Spielobjekte wurden in die Stadtlandschaft gebracht, um zu beobachten, wie Passant:innen auf unerwartete Momente des Spiels reagieren, die den Alltag durchbrechen.
PLAY DATE OBJECTS zeigen, wie freies Spiel für jedes Alter wieder zugänglich gemacht werden kann und neue soziale, kulturelle und räumliche Kontexte eröffnet.
Melanie Gloria Wisser ist Produktdesignerin, mit handwerklichem Hintergrund. Bevor sie ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung begann, absolvierte sie eine Ausbildung zur Schreinerin im Bereich Innenausbau. Die praktische Arbeit mit Material und Konstruktion legte dabei den Grundstein für ihr Interesse an Möbeln und zugleich entstand der Wunsch, über die rein funktionale und handwerkliche Gestaltung hinauszugehen. Im Produktdesignstudium verlagerte sich ihr Fokus zunehmend auf konzeptionelle Fragestellungen: Welche Geschichten erzählen Möbel? Warum haben sie eine bestimmte Form, und in welchem Kontext werden sie genutzt? Ihre Arbeiten verstehen Möbel daher nicht nur als funktionale Objekte, sondern als Träger von Narrativen, Beziehungen und Situationen.
Viele ihrer Projekte bewegen sich an der Schnittstelle von Objekt, Raum und sozialem Kontext. Gesellschaftliche Fragestellungen sowie kultureller Austausch bilden dabei wiederkehrende Ausgangspunkte. Gestaltung versteht Melanie Gloria Wisser als offenen Prozess, in dem gesellschaftliche Dynamiken sichtbar werden und in die Entwicklung von Möbeln einfließen. Für sie ist soziales Design ein zentraler Bestandteil zeitgenössischer Gestaltung.