23. Mai-19. Juli auf dem Theatervorplatz im Rahmen von Paradise Found
Digitaltheater des Badischen Staatstheaters Karlsruhe
Credit: Doi Yan Chan
Raumintervention Paradies
Der Hermann-Levi-Platz, wird für die nächsten 10 Jahre eine Brache zwischen mehreren Großbaustellen bleiben. Für zwei Monate entsteht hier die Raumintervention Paradies. Mit der Bezeichnung des Platzes als Paradies testen wir das Potential dieser Brache, ein lebendiger, ökologischer und sozialer Raum zu sein, der zur Auseinandersetzung mit Natur, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft einlädt. Wir fokussieren uns auf die Wahrnehmung und Wertschätzung von Biodiversität in Innenstädten. Die Raumintervention Paradies definiert drei miteinander verbundene Orte des Verweilens, des Lernens und des Aus-Tauschens.
Biotopos: Paradies als Lernort
An einem Rand des Hermann-Levi-Platzes haben Pflanzen einen biodiversen Ort geschaffen. Dieses bisher übersehene Biotop erscheint im Kontrast zum Anspruch einer geordneten Landschaftsarchitektur ungestaltet. Im Sinne Gilles Cléments Begriff der „dritten Landschaft“ heben wir das Biotop inmitten urbaner Infrastruktur hervor. Biotopos transformiert die Idee des Paradieses von einem Unerreichbaren in einen sichtbaren und schützenswerten Ort.
Ein Steg zum Verweilen führt zu einer Insel: Paradies als Aufenthaltsraum
Inmitten von Baustellen errichten wir Beispiele für Paradiese in Form von unerreichbaren Orten. Orte der Sehnsucht, denen mensch sich annähern kann und trotzdem stets auf Distanz bleibt. In der Mitte des Brunnenbeckens wurde der Schriftzug „Paradies“ platziert. Er verweist zugleich konkret und abstrakt auf den Ort und fungiert als Einladung, sich zu nähern. Das Paradies erscheint hier als ein Ort des Beobachtens und des Verweilens.
Feld und Pflanzentauschbörse am K-Punkt: Paradies als sozialer Raum
Am K-Punkt entsteht ein dritter Ort des Projekts, der das Paradies als sozialen Raum erfahrbar macht. Im Mittelpunkt steht eine Pflanzentauschbörse, die neben dem Tausch auch die Beteiligung an der Pflege von Kräuterbeeten anbietet. Zusätzlich wurden die im letzten Jahr entsiegelten Flächen des Areals besser sichtbar gemacht. Ihnen gegenüber wurden Sitzgelegenheiten angeordnet, vergleichbar mit einem Museumsraum, in dem Kunstwerke betrachtet werden können. Das zugrunde liegende Prinzip des Tauschs ist einfach und offen: Der eine nimmt, was ihm fehlt – der andere gibt, was der Nächste braucht. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger Kreislauf aus Geben, Nehmen und Weitergeben, der das Paradies als gemeinschaftlich gestalteten Prozess erfahrbar macht.
Entwurf und Realisierung der Raumintervention Paradies durch Studierende der HfG Karlsruhe: Doi Yan Chan, Tobias Ehrhardt, Wera Hertenstein, Lorena Karn, Carl Koch, Florian Lips, Chae Young Moon, Rebekka Scheib, Marlon Schuch, Noah Seider, Joscha Thorn, Lola Vorläufer, Linhui Yang, Grafik: Maimouna Nele Diop, Benedikt Endres
Leitung des Seminars: Constanze Fischbeck / Dramaturgie und Produktion: Anna Haas und Marlies Kink / Künstlerische Mitarbeit: Eva-Maria Lopez