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Ideologie ist wieder in Mode. Nach einer längeren Karriere im 19. Jahrhundert, in der sie sich von einer reinen Ideenlehre zu einem Kampfbegriff der Gesellschaftskritik entwickelte, gibt es gegenwärtig kaum ein Problem, das nicht auch als Ausdruck „ideologischer“ Spannungen und Spaltungen gelesen wird. Aktuell steht sie z.B. für die biopolitischen Fantasien, die hinter Plattformkapitalismus und Big Tech zum Vorschein kommen, und für den programmatischen Kern politischer Umbaumaßnahmen, die von einzelnen Personen und Gruppierungen ausgehen und zu immer neuen -ismen stilisiert werden. Durch inflationären Gebrauch und die polemische Vermischung mit Schlagwörtern wie ‚Kulturkampf‘ oder ‚Cancel Culture‘ hat der Begriff jedoch an analytischer Schärfe verloren. Daher ist es das Ziel des Workshops, seine Geschichte und Gegenwart und seine Verwendung in der Theoriearbeit in den Blick zu nehmen.
Die Veranstaltung dient der internen Verständigung über Lehr- und Forschungsfragen im Bereich der Kunstwissenschaft & Medienphilosophie, steht aber Gästen offen. Anfangszeiten können variieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Programm
10.30
Matthias Bruhn (HfG Karlsruhe): Ideologie und Ikonologie
11.00
Sami Khatib (HfG Karlsruhe): Ein Cognitive Mapping des Ideologie-Begriffs
11.45
Pause / Puffer
12.00
Lisa Moravec (Akademie der bildenden Künste Wien): Immanente KI-Kritik
12.45
Diskussion, Zwischenbilanz
13.00
Mittagspause
14.00
Fabian Goppelsröder (Staatliche Akademie der bildenden Künste Karlsruhe): “Feedback” als Ideologem
14.45
Simon Sheikh (HfG Karlsruhe): Ideologie und Utopie
15.30
Pause / Puffer
15.15
Barbara Kuon (HfG Karlsruhe): Geoschizoanalyse
15.45
Auswertung: Begriffe und Folgerungen