aspect-ratio 10x9 Ausschnitt: Bezúčelná procházka, 1930

Ausschnitt: Bezúčelná procházka, 1930 (© Czech Film Archive)

KINO ÜBER DER STADT

Experimentalfilme gehören zu den frühesten und radikalsten Annäherungen des Kinos an die Stadt. Lange bevor urbane Räume zum selbstverständlichen Schauplatz fiktionaler Erzählungen wurden, erkundeten Filmemacher:innen ihre Dynamik mit den Mitteln von Montage, Rhythmus, Bewegung und Licht. Die Stadt erscheint dabei nicht als bloße Kulisse, sondern als Geflecht aus Straßen, Fassaden, Brücken, Verkehr und Menschen – als ein Organismus, dessen Energie sich erst im filmischen Blick entfaltet.

Im Rahmen unserer Reihe Kino über der Stadt zeigen wir eine Auswahl von Klassikern und wiederzuentdeckenden Perlen der Filmgeschichte, die das Verhältnis von Kino und urbanem Raum auf unterschiedlichste Weise ausloten. Von den frühen Stadtsinfonien Regen und Aimless Walk über die pulsierenden Bildkompositionen von Shirley Clarke und Marie Menken bis zu Marguerite Duras' Les Mains Négatives und Jem Cohens A Tale of Two Cities versammelt das Programm Filme, die die Stadt nicht nur zeigen, sondern in Bewegung versetzen.

Evelyn Echle (Dr. phil.) ist Professorin für Kultur- und Medientheorie am Design-Department der Hochschule Pforzheim und der Hochschule der Künste Bern. Ihre Forschung konzentriert sich auf ästhetische Schnittstellen experimenteller Medienkulturen mit Fokus auf Film und Mediengeschichte. Filme:

A Tale of Two Cities (2007, Jem Cohen)
Regen (1929, Joris Ivens)
Go! Go! Go! (1962, Marie Menken)
Bridges-Go-Round (1958, Shirley Clarke)
The Wonder Ring (1955, Stan Brakhage)
Adolf Winkelmann, Kassel, 9.12.1967, 11.54h (1968, Adolf Winkelmann)
Les Mains négatives (1978, Marguerite Duras)
Aimless Walk (1930, Alexander Hackenschmied)

Montag, 30. November 2026, 19:00
Blauer Salon, Raum 012, HfG Karlsruhe
Eintritt frei, Spenden erbeten

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