3 Zukunft: Wie es sein wird – oder gewesen sein würde
Duell oder Duett von
Charlotte Eifler & Leni Hoffmann
HfG Karlsruhe & Kunstakademie Karlsruhe
Matthias Bruhn (HfG Karlsruhe)
Delta Real Ensemble
Julika Hing Moderation
Studierende der PH Karlsruhe
Studierende der HfM Karlsruhe
Kunst erschließt gesellschaftliche Räume, öffnet sie, interveniert in sie – nicht nur, um Bestehendes zu kommentieren, sondern um Möglichkeitsräume zu entwerfen oder zu behaupten. In spekulativen Zukünften und künstlerischen Utopien sollen Machtverhältnisse sichtbar gemacht, verschoben oder infrage gestellt werden. Freiräume sollen dort entstehen, wo die Gegenwart noch keinen Platz für sie bereithält. Doch wie wird man auf diese künstlerischen Zukunftsentwürfe zurückblicken? Wird Kunst im Ringen um Freiräume ihre Freiheit aufgegeben haben – oder auf eine andere Weise zu sich selbst gekommen sein?
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten, steht in Artikel 5 des Grundgesetzes. Dafür braucht es ein Forum und ein Format: „Freiheit und Funktion von Kunst“ bietet die Gelegenheit, sich aus der eigenen „Bubble“ zu bewegen, denn jede Meinung darf gehört, aber auch hinterfragt werden.
Aufgeteilt wird das unerschöpfliche Thema in drei Zeiträume: Um die Gegenwart, „Wie es ist – und sein könnte“, geht es bei der Auftaktveranstaltung am 8. Mai mit einem Duell oder Duett von Jörg Mainka & Richard David Precht. Die Vergangenheit wird am 22. Mai behandelt. Astrid Dröse & Thomas Seedorf tauschen sich darüber aus „Wie es war – und hätte sein können“. In die Zukunft wird am 5. Juni geblickt. Charlotte Eifler & Leni Hoffmann spekulieren „Wie es sein wird – oder gewesen sein würde“.
An allen Terminen wird die Diskussion unterfüttert mit musikalischen Beiträgen von Studierenden und vom Vokaloktett Karlsruhe (am 8. Mai) mit Werken von Komponisten, die die Normen und Konventionen ihrer Zeit gesprengt haben. Die Gesprächskonzerte finden alle im Wolfgang-Rihm-Forum der Hochschule für Musik Karlsruhe statt; Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Die Meinungsfreiheit, so betont HfM Rektor Matthias Wiegandt, „ist für unsere Hochschule nicht nur des Verfassungsranges und der Bedeutung für eine demokratische Zivilgesellschaft wegen von herausgehobener Bedeutung, sondern auch deshalb, weil sie eine notwendige Bedingung für den künstlerisch-pädagogischen wie den wissenschaftlichen Diskurs darstellt.“
Die Konzeption der Reihe liegt bei den drei Professoren der HfM Karlsruhe Markus Hechtle (Komposition), Thomas Seedorf (Musikwissenschaft) und Christoph Seibert (Musikinformatik). Diskutieren werden Studierende und Lehrende der HfM Karlsruhe, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, des KIT sowie der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Das Publikum ist aufgefordert, sich einzumischen und Position zu beziehen.
Die drei Veranstaltungen werden von der RIEMSCHNEIDER Stiftung gefördert, die dieses Jahr ihr 20jähriges Bestehen feiert. Sie unterstützt in Karlsruhe u.a. die Hochschulen für Musik, Gestaltung und Kunst, und möchte den inhaltlichen Austausch dieser Hochschulen fördern.