© Bio Design Lab
Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe erhält eine Förderung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre für das neue Lehr- und Forschungsprogramm Circular School. Das Projekt startet zum 1. Juli 2026 und wird über vier Jahre im Rahmen der Förderlinie „Die Welt ist mein Campus“ gefördert.
Mit der Circular School entwickelt die HfG Karlsruhe ein transversales Studienprogramm, das Lehre, künstlerisch-gestalterische Forschung, Materialpraxis und öffentliche Vermittlung neu miteinander verbindet. Im Zentrum steht die Arbeit mit zirkulären Prozessen und sogenannten zeitbasierten Materialien: biologische, biobasierte, nachwachsende oder kompostierbare Rohstoffe, deren Entstehungs-, Wachstums-, Nutzungs- und Verwertungszyklen zugleich als Modell für neue Formen des Studierens verstanden werden.
Aufbauend auf den Vorarbeiten des Bio Design Lab reagiert die Circular School auf zentrale ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen: Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Biodiversitätsverlust und die Frage, wie Gestaltung künftig Verantwortung übernehmen kann. Studierende sollen vom ersten Studienjahr an in forschende, materialpraktische und öffentliche Formate eingebunden werden. Damit erweitert die Circular School die klassische Seminar- und Semesterlogik um mehrjährige Projektzyklen, Workshops, Ringvorlesungen, Summer Schools, Exkursionen, Fieldtrips und öffentliche Programme.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von Hochschule, Stadt und Region. Durch ein mobiles Labor, den sogenannten Incubator, sowie durch Kooperationen mit regionalen und überregionalen Partnerinstitutionen entsteht ein erweiterter Lern- und Forschungsraum innerhalb und außerhalb der Hochschule. Lokale Ökologien, bioregionale Ressourcen, handwerkliches Wissen, zirkuläre Wertschöpfungsketten und soziale Infrastrukturen werden dabei zu Ausgangspunkten gestalterischer Praxis.
Die Circular School gliedert sich in mehrere, ineinandergreifende Arbeitsbereiche: Material Cultivating verantwortet den Aufbau und die Betreuung materialpraktischer, biologischer und laborbezogener Prozesse; Digital Garden Keeping entwickelt analoge und digitale Dokumentations-, Archiv- und Wissensinfrastrukturen; Bioregional Weaving vernetzt Hochschule, Stadt, Region, Naturräume, Kulturinstitutionen und lokale Initiativen. Ergänzt werden diese Bereiche durch Projektkoordination sowie Program & Event Management, die die strategische, organisatorische und öffentliche Umsetzung des Programms begleiten.
Ziel der Circular School ist es, ökologische und soziale Verantwortung in gestalterisches Handeln zu übersetzen und zugleich ein übertragbares Modell für eine offene, vernetzte und experimentelle Hochschule zu entwickeln. Die HfG Karlsruhe erprobt damit, wie Hochschullehre als lebendiges System organisiert werden kann: im Austausch mit Materialien, Orten, Partnern und Öffentlichkeiten — und mit Studierenden, die von Beginn an aktiv an der Entwicklung neuer Lern- und Forschungsformate beteiligt sind.
Das koordinierte Lehrprogramm der Circular School soll zum Wintersemester 2026/27 starten. Geplant sind unter anderem Circular Studios, öffentliche Ringvorlesungen, materialpraktische Workshops, Exkursionen, Außencampus-Formate, Jahresausstellungen, Open-Access-Dokumentationen sowie eine internationale Summer School.
Facts:
Laufzeit: 07/2026 – 06/2030
Fördervolumen: 1.955.233,83 €
Projektkoordination: Julia Ihls
Konzept: Julia Ihls & Matthias Bruhn
Projektverantwortung: HfG Hochschulleitung (Vertretung durch Rektor Andreas Vogel)
Kontakt: ed.ehurslrak-gfh(ta)loohcsralucric