aspect-ratio 10x9 Jette Schwabe (l.) und Lina Determann (r.)

Jette Schwabe (l.) und Lina Determann (r.)

Neben Josephine Gerhardt erhalten dieses Jahr auch Lina Determann und Jette Schwabe die Landesgraduiertenförderung der HfG Karlsruhe für ihr Projekt "Erikas Töchter" - Herzlichen Glückwunsch!

Unter dem Kollektivnamen „Erikas Töchter“ treten die Künstlerinnen Jette Schwabe und Lina Determann einem der bekanntesten Gesichter Deutschlands gegenüber: Erika Mustermann. Seit 1987 steht sie als offizielle Musteridentität auf deutschen Ausweisdokumenten stellvertretend für all jene, die sich als weiblich* identifizieren sollen. Als staatlich normierende Vorlage eines vermeintlichen „Durchschnitts“ prägt sie implizit Vorstellungen davon, was als lesbar, gültig und repräsentativ gilt.

Seit ihrem Diplom 2025 recherchiert das Duo aus der Perspektive einer Trägerin von Erikas Erbe zum Konzept von Musteridentitäten. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Debatten, etwa wenn Friedrich Merz ein homogenes „Stadtbild“ beschwört, wird deutlich, wie stark Zugehörigkeit bis heute über visuelle Normen verhandelt und begrenzt wird. Differenz erscheint dabei als Störung, während die gesellschaftliche Realität zugunsten normativer Bilder vereinfacht wird.

Während einer Residenz beim Theater Rampe führten sie ihre Recherche zu Erika weiter und erprobten im Format eines Castings neue künstlerische Ansätze. Die Landesgraduiertenförderung ermöglicht es ihnen, diese Ansätze im räumlichen Kontext von Musterhaussiedlungen weiterzuentwickeln.

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